Beispiele für paraverbale Kommunikation in Remote-Teams

Carina Czisch

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Paraverbale Kommunikation kommt da zum Einsatz, wo Informationen hauptsächlich gehört werden. Hierbei geht es in erster Linie also darum, WIE etwas gesagt wird. Denn das hat einen wesentlichen Einfluss auf die vermittelte Botschaft. Wie nun speziell Remote-Teams bestmöglich kommunizieren können, bei denen der Fokus teilweise nur auf die Stimme liegt, erfahrt ihr jetzt.

Definition

Der Begriff paraverbal stammt vom griechischen Begriff „pará“, was soviel bedeutet wie „bei“ oder „neben“. Damit haben wir die Erklärung eigentlich schon komplettiert: Paraverbal beschreibt alles, was begleitend mit der Sprache übertragen wird.

Wo spielt paraverbale Kommunikation eine Rolle?

Ganz allgemein kann man sagen, dass eine paraverbale Interaktion immer dort eine Rolle spielt, wo wir mit der Stimme arbeiten und bestimmte Emotionen übertragen werden sollen. Denken wir also z.B. an Hörbücher, Podcasts, Radiosendungen oder Telefonate. Alleine die beiden erstgenannten Beispiele entwickelten sich innerhalb der letzten Jahren zu großen Trends und zeigen die Relevanz der Paraverbalia. Werfen wir einen Blick in die Arbeitswelt, sind somit auch Beratungs- und Vorstellungsgespräche, aber auch Online Meetings Situationen, in denen paraverbale Kommunikation wichtig ist. Also überall dort, wo wir beim Empfänger eine bestimmte Wirkung erzielen möchten, z.B. die Präsentation im Team gut verkaufen oder den neuen Arbeitgeber von sich überzeugen.

Paraverbale Kommunikation in digitalen Teams

Verbale und nonverbale Kommunikation sind sicherlich für den Großteil ein gängiger Begriff. Die paraverbale Kommunikation hingegen wird in dem Zusammenhang oft unterschätzt bzw. vergessen. Zu Unrecht. Nicht zuletzt durch die Corona-Krise fand der Austausch in den letzten Monaten mit Teamkollegen und Vorgesetzten sehr viel mehr in der digitalen Welt statt. Auch durch das immer stärkere Interesse an Outsourcing-Möglichkeiten und das Zurückgreifen auf Remote-Arbeitskräfte sollte das Thema paraverbaler Austausch kein Schattendasein mehr fristen.

Remote Teams kommunizieren hauptsächlich online und das, was in der realen Welt kommunikativ funktioniert, kann im digitalen Dialog schnell zum Hindernis werden. Hier fallen wichtige Kommunikationmöglichkeiten wie z.B. Geruch, die physische Nähe und mitunter sogar die Mimik (bei reinen Audio-Meetings) weg. Dieser Fakt erschwert die natürliche zwischenmenschliche Art der Kommunikation. Um also den Kontakt zum Team im wahrsten Sinne des Wortes nicht zu verlieren, sollten alle Team Mitglieder einige Tipps für zukünftige Online-Meetings berücksichtigen.

Die “7-38-55 Regel” der Kommunikation

Wusstet ihr, dass – nach der sogenannten “7-38-55-Regel” des Psychologen und Professors Albert Mehrabian – eine Nachricht nur zu 7 Prozent über den Inhalt, 38 Prozent über die Stimme und 55 Prozent über die Körpersprache vermittelt wird? Damit nimmt die paraverbale Kommunikation eine wichtige Rolle im digitalen und analogen Austausch ein.

Beispiele guter paraverbaler Kommunikation

Lautstärke

Kann von leise bis laut reichen. Versucht in euren Online Zusammenkünften ein gesundes Mittelmaß zu finden. Sowohl eine zu laute als auch eine zu leise Stimme können bei den anderen Teilnehmern für abflauendes Interesse sorgen. Ein gesundes und angenehmes Mittelmaß schafft hier Vertrauen und Akzeptanz im Team.

Stimmlage

Kann von tief bis hoch reichen. Hier gilt: „Der Ton macht die Musik“. Eine zitternde Stimme vermittelt z.B. Nervosität, eine aggressive Stimme wirkt bedrohlich. Eine ruhige und sanfte Stimmlage empfinden alle im Team als angenehm und positiv.

Betonung

Kann von unwichtig bis wichtig reichen. Mithilfe der Betonung können wir in Online-Meetings den Fokus auf bestimmte gesprochene Worte setzen, um diese in ihrer Wichtigkeit hervorzuheben.

Sprechtempo

Kann von langsam zu schnell reichen. Ein zu langsames Tempo wirkt auf die Zuhörer schnell monoton und ermüdend, zu schnelles Sprechen führt zu Verständnisproblemen und Überforderung auf der Zuhörerseite. Auch hier kommt es auf ein gutes Mittelmaß an, um Kontrolle und Ernsthaftigkeit zu vermitteln.

Aussprache

Kann von deutlich zu undeutlich reichen. Sprecht ihr zu undeutlich, führt das im Team schnell zu sinkendem Interesse. Eine übertrieben deutliche Aussprache wirkt hingegen aufgesetzt und künstlich. Sprecht also klar, natürlich und verständlich, damit alle gut folgen können.

Begleitende Geräusche

Geräusche, die mit der Sprache einhergehen können z.B. hüsteln, seufzen oder räuspern sein und sowohl positiv als auch negativ wahrgenommen werden. Ein dezentes Lachen vor Beginn einer Präsentation kann z.B. dabei helfen, eine angenehme Atmosphäre zu schaffen und kann auch ohne Kameraübertragung von allen Beteiligten wahrgenommen werden.

Pausen und Schweigen

„Keine Antwort ist auch eine Antwort“, sagt man. Dabei müssen Sprechpausen nicht unbedingt nur mangelndes (Selbst) Vertrauen signalisieren. Richtig eingesetzt können sie auch Aufmerksamkeit erzeugen und Raum zur Reflektion schaffen.

Fazit

Gerade für Remote-Teams spielt paraverbale Kommunikation eine entscheidende Rolle, wenn andere Ebenen der Kommunikation in Online-Meetings wegfallen und meist nur die Stimme bleibt. Deshalb ist es auch sehr förderlich seine Teamkollegen hin und wieder mit ehrlichem Feedback zu versorgen, damit eine gute Kommunikation und Atmosphäre gewahrt wird.


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