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Das EU-U.S. Transatlantic Data Privacy Framework: Was Unternehmen jetzt wissen müssen

Author: Maximilian Giffhorn

· 2 mins read

Angesichts der aktuellen Entwicklungen im EU-U.S. Transatlantic Data Privacy Framework ist es für Unternehmen von entscheidender Bedeutung, ein fundiertes Verständnis für die damit verbundenen Anforderungen zu entwickeln. In diesem Artikel werden die grundlegenden Aspekte dieses Rahmens beleuchtet und praxisrelevante Empfehlungen gegeben, damit Unternehmen ihre Datenübertragungen rechtskonform gestalten können.

Die Geschichte des Datenschutzes zwischen EU und USA

In den letzten Jahren hat die Datenschutzfrage zwischen der EU und den USA immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Nachdem bereits zwei vorherige Abkommen, “Safe Harbor” und “Privacy Shield”, gescheitert waren, wurde das Transatlantic Data Privacy Framework im Juli 2023 als neuer Ansatz von der Europäischen Kommission vorgestellt. Die Enthüllungen von Edward Snowden und die daraus resultierenden rechtlichen Auseinandersetzungen führten dazu, dass der EuGH die beiden vorherigen Abkommen in den Jahren 2015 und 2020 für ungültig erklärte. Das Hauptanliegen war, dass die USA kein angemessenes Datenschutzniveau boten, was die Grundrechte der EU-Bürger verletzte.

Das Data Transatlantic Privacy Framework im Detail

Das Data Transatlantic Privacy Framework wurde als Reaktion auf die Anforderungen des Europäischen Gerichtshofs ins Leben gerufen und zielt darauf ab, den Transfer personenbezogener Daten zwischen der EU und den USA rechtssicher zu gestalten. Das Data Transatlantic Privacy Framework wurde konzipiert, um zu gewährleisten, dass US-Geheimdienste vertragliche Datenschutzbestimmungen nicht einfach ignorieren. Dank einer “Executive Order” von Präsident Biden im Jahr 2022 wurden die Befugnisse der US-Geheimdienste eingeschränkt und die Rechte der EU-Bürger gestärkt.

Hauptmerkmale des Data Transatlantic Privacy Framework

  • Verhältnismäßigkeit: US-Geheimdienste müssen den Zugriff auf Daten von EU-Bürgern als verhältnismäßig erachten.
  • Beschwerdeverfahren: EU-Bürger haben nun die Möglichkeit, sich direkt an den “Civil Liberties Protection Officer” der US-Geheimdienste zu wenden.
  • Überprüfungsverfahren: Bei Unzufriedenheit können EU-Bürger den “Data Protection Review Court” anrufen, ein unabhängiges Gremium, das verbindliche Entscheidungen treffen kann.

Trotz dieser Fortschritte gibt es weiterhin Kritik und Unsicherheiten hinsichtlich der Datentransfers in die USA. Es bleibt abzuwarten, wie der EuGH diese neuen Maßnahmen bewerten wird. Dennoch bietet das Data Transatlantic Privacy Framework einen rechtlichen Rahmen, der den Datenschutz ernst nimmt und eine Verbesserung gegenüber den vorherigen Abkommen darstellt.

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Sind US-Dienste wie Amazon jetzt sicher?

Trotz der Einführung des Transatlantic Data Privacy Frameworks bleiben Fragen zur Sicherheit von US-Diensten wie Google bestehen. Das Data Transatlantic Privacy Framework bietet zwar eine Zertifizierungsmöglichkeit, doch Unternehmen müssen aktiv prüfen, ob ihre genutzten Dienste diese auch tatsächlich besitzen.Aber selbst eine solche Zertifizierung allein reicht nicht aus. Es ist unerlässlich, die Zustimmung des Benutzers einzuholen, beispielsweise durch ein Cookie-Banner, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden.

Darüber hinaus gibt es rechtliche Überlegungen, die nicht außer Acht gelassen werden sollten. Datenschutzaktivisten, insbesondere Personen wie Max Schrems, könnten das Data Transatlantic Privacy Framework gerichtlich in Frage stellen. Obwohl die Nutzung von Data Transatlantic Privacy Framework-zertifizierten Diensten derzeit als rechtlich sicher gilt, gibt es weiterhin Bedenken und potenzielle Risiken für die Zukunft. Es besteht die Möglichkeit, dass das Data Transatlantic Privacy Framework in den nächsten Jahren gerichtlich angefochten wird, was Unternehmen erneut in eine Position der Unsicherheit versetzen könnte.

Handlungsempfehlungen

  • Dienste identifizieren: Erkennen Sie alle US-Dienste auf Ihrer Website und ziehen Sie bei Bedarf Experten hinzu.
  • Zertifizierungsstatus überprüfen: Stellen Sie sicher, dass der Dienst Data Transatlantic Privacy Framework-zertifiziert ist. Informationen dazu können Sie hier abrufen.
  • Einwilligung sicherstellen: Holen Sie die Zustimmung der Benutzer korrekt ein.
  • Datenschutzrichtlinien aktualisieren: Passen Sie Ihre Datenschutzrichtlinien an die neuen Anforderungen an.

Schlussfolgerung

Das Data Transatlantic Privacy Framework bietet eine gewisse Rechtssicherheit für den Datentransfer zwischen der EU und den USA. Unternehmen sollten jedoch vorsichtig sein und sich über die neuesten rechtlichen Entwicklungen informieren. Für maximale Sicherheit könnten Unternehmen in Erwägung ziehen, nur EU-basierte Dienste zu nutzen.

Stay tuned!

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