Agile oder klassische Softwareentwicklung? Ein Überblick

Carina Czisch

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Im Projektmanagement muss man sich früher oder später damit befassen, welches Vorgehen für eine erfolgreiche Entwicklung sinnvoll ist. Sowohl klassische Ansätze wie z.B. Wasserfall, als auch agile Ansätze wie Scrum haben ihre Vorzüge. Allerdings hängt die Entscheidung von vielen Faktoren ab, so dass man sich im Vorfeld über Probleme und Anforderungen der Software im Klaren sein sollte.

Was ist klassische Softwareentwicklung? 

Bei der klassischen Softwareentwicklung laufen die einzelnen Entwicklungsphasen linear ab und werden durch Meilensteine abgeschlossen. Der gesamte Prozess kann hier als starr bezeichnet werden. Projektrelevante Faktoren wie Kosten und Dauer werden vor Projektstart festgelegt und klar definiert. Somit sind Anpassungen im Prozess nur sehr schwer bis gar nicht möglich. Der Fokus liegt hier auf die Auslieferung eines fertigen Produktes am Ende des Projektes.

Was ist agile Softwareentwicklung?

Bei der agilen Softwareentwicklung spricht man von einer iterativ-inkrementellen Vorgehensweise. Ein bestimmter Zyklus wird also mehrfach wiederholt und lässt ein potentiell nutzbares Produktinkrement entstehen. Man nähert sich der Lösung somit schrittweise. Es existiert hier kein vorgefertigter Ablaufplan, sondern kurze Planungszyklen. Deshalb kann man beim Einsatz dieser Methode auf kurzfristige Anpassungen reagieren. Der Fokus liegt hier auf Entdeckungen und Veränderung. Deshalb hat man funktionsfähige Zwischenergebnisse innerhalb des Projektes.

Unterschiede zwischen klassischer und agiler Softwareentwicklung

Die wichtigsten Unterscheidungskriterien beider Ansätze haben wir in einer Grafik gegenübergestellt. Dazu gehören z.B. der Entwicklungsprozess, die Anforderungen oder die Auslieferung der Software. Aber auch bei der Zusammenstellung der Teams gibt es entscheidende Unterschiede: Bei klassischen Entwicklungsansätzen arbeitet man häufig mit größeren Teams zusammen, die klaren Hierarchien unterworfen sind und Aufgaben von oben zugewiesen bekommen. Bei der agilen Entwicklung sind die Teams meist kleiner, sie arbeiten selbstorganisiert und mit hoher Eigenverantwortung.

Die richtige Zusammenstellung des Teams

Den Aufbau des Teams sollte man bei der Planung mit in Betracht ziehen, da hier auch charakterliche Stärken und Schwächen wichtig sind. Jemand, der bisher nur klassisch gearbeitet hat, hat eventuell Schwierigkeiten sich in der agilen Arbeitsumgebung zurechtzufinden und mehr Eigeninitiative einzubringen. Andersherum gilt natürlich dasselbe. Bei beiden Ansätzen tragen also wichtige Soft Skills und eine gute Zusammenarbeit des Teams wesentlich zum Erfolg des Projektes bei.

Fazit

Eine grundlegende Entscheidung hin zu einer bestimmten Vorgehensweise bei der Softwareentwicklung gibt es nicht. Vielmehr ist es ein Abwägen von bestimmten Kriterien. Sind zum Beispiel die Anforderungen und Ressourcen eines Projektes bekannt und definiert, kann eine klassische Management-Methode sehr erfolgsversprechend sein.

Sind die Anforderungen hingegen noch sehr unklar und Änderungen im Prozess nötig und absehbar, überwiegen die Vorteile agiler Methoden. Für manche Projekte empfiehlt sich auch eine hybride Lösung aus beiden Modellen.


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